
Als knapp unterlegener Finalist in der Champions League ging Oltchim Valceaals Favorit in die vergangene Saison, kam aber, enttäuschend für Verein und Nation, über die Hauptrunde nicht hinaus. In diesem Jahr soll nun alles getan werden, um Europas Thron endlich zu besteigen. Die wichtigste Personalentscheidung war sicherlich die Trainerfrage. Der erst zu Beginn der letzten Saison verpflichtete Ungar Peter Kovacs wurde bereits während der Saison abgelöst. Ihm folgte für immerhin zwei Spiele Dänemarks „Enfant Terrible“ Anja Andersen. So ganz passte die ehemalige Weltklassespielerin aber offensichtlich doch nicht nach Rumänien, bereits nach zwei Spielen, beide wurden verloren, entschied sich der Club wieder für RaduVoina. Dem 61-jährigen Handballexperten, der zugleich auch Nationaltrainer Rumäniens ist und zudem Vorgänger von Kovacs auf der Trainerbank in Valcea war, steht fast die gesamte rumänische Nationalmannschaft zur Verfügung. Genannt seien hier mit Valentina Ardean Elisei, Cristina Neagu und Ionela Stanca nur drei der herausragenden Spielerinnen, die bei der letzten Europameisterschaft die Bronzemedaille mit nach Hause nahmen. Ergänzt wird das bereits bestehende und außerordentlich gut aufgestellteTeam durch drei Spielerinnen, die in der abgeschlossenen Saison im Halbfinale der Königsklasse standen. Es sind dies die Rumänin Oana Soit, die beim Finalisten Itxako (Spanien) unter Vertrag stand und viele Jahre in der spanischen Liga beheimatet war. Dann Aurelia Bradeanu, ebenfalls langjährige rumänische Nationalspielerin. Die 32-jährige Rückraumspielerin spielte sieben Jahre in Györ/Ungarn und soll die Abgänge Gabriella Szücs und Valeria Bese vor allem in der Abwehr ersetzen. Dritter Neuzugang ist Sanela Knezovic. Die kroatische Nationaltorfrau war zuletzt in Montenegro bei Buducnost Podgorica unter Vertrag und wird Tereza Pislaru ersetzen, die den Verein ebenfalls verlassen hat. In Valcea wird Knezovic nun ein Torwartgespann mit Paula Ungureanu bilden. Die beiden kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit beim ungarischen Erstligisten Dunaferr SE. Paula Ungureanu gehört zu den weltbesten Torfrauen. Der im Dezember bei der Europameisterschaft erlittene Kreuzbandriß ist verheilt, die Reha zwischenzeitlich abgeschlossen, so dass die sympathische 31-Jährige, deren Ausfall sicherlich auch einer der Gründe für das frühe Ausscheiden in der Champions League war, ihr Team wieder unterstützen kann. Als weiterer Neuzugang wurde kürzlich noch Ekaterina Vetkova vermeldet. Die Russin kommt von Zvezda Zvenogorod und gewann 2008 mit diesem Club die Champions League. Zudem ist sie amtierende Weltmeisterin. Damit stehen Radu Voina nun drei Kreisläuferinnen der Extraklasse, die auch herausragende Defensivqualitäten haben, zur Verfügung. Ionela Stanca, Oana Soit und Ekaterina Vetkova dürften ihren Coach vor ein Luxusproblem stellen,welches er aber sicherlich lösen wird.
Mit Györi ETO kommt eine der erfolgreichsten Mannschaften der letzten fünf Jahre nach Schmelz. Seit der Saison 2006/2007 stand die Mannschaft aus Ungarn immer mindestens im Halbfinale der Champions League. Der Titel in der europäischen Königsklasse blieb ihnen allerdings bisher verwehrt. In der vergangenen Saison scheiterte das Team von Trainer CsabaKonkoly im Halbfinale an Itxako aus Spanien. Auch in diesem Jahr kann das Ziel für den ungarischen Meister und Pokalsieger neben der nationalen Titelverteidigung nur ein Erfolg auf Europas Bühne heißen. Dazu wurden drei neue Spielerinnen verpflichtet. Keine große Zahl, zumal dagegen immerhin vier namhafte Abgänge stehen. Doch die Klasse der Verpflichtungen spricht für sich. Zuallererst muss hier wohl die norwegische Kreisläuferin Heidi Løke genannt werden. Sie gehört aktuell, tiefgestapelt, zu den besten Kreisläuferinnen der Welt, es gibt nicht wenige Experten, die sie als „Die Beste“ auf dieser Positionen bezeichnen würden. Die 28-Jährige spielte zuletzt für Larvik HK und gewann im Mai 2011 mit dem norwegischen Meister das, was auch das große Ziel ihres neuen Arbeitgebers ist, nämlich den Titel in der Champions League. Nach Torfrau Katrine Lunde Haraldsen ist Løke nun die zweite norwegische Europameisterin, die denSchritt nach Györ gewagt hat. Sie ersetzt Simona Spiridon, die Györ mit bisher unbekanntem Ziel verlassen hat sowie die zweite Kreisläuferin Szabina Mayer, die nach Veszprem wechselte. Neu ist auch die serbische Spielmacherin Andrea Lekic. Die knapp 24-Jährige spielte zuletzt bei Krim Ljubljana in Slowenien und ist variabel im Rückraum einsetzbar. Lekic giltals eine der größten Spielmachertalente und hat inzwischen schon über 60Länderspiele für Serbien auf ihrem Konto. Zusammen mit Ungarns Handballikone Anita Görbicz soll Lekic für Überraschungen im Spielaufbau und außergewöhnliche Tore aus dem Rückraum sorgen. Da die slowakische Außenspielerin Katarina Mravikova ihre Karriere beendet hat und in ihre Heimat zurückgekehrt ist, bestand zu dem Handlungsbedarf auf der rechten Flügelseite. Die Lücke konnte mit Jovanka Radicevic geschlossen werden.Die 24-Jährige stammt aus Montenegro und hat dort zuletzt beim Champions League Halbfinalisten Buducnost Podgorica gespielt. Der Weggang von Aurelia Bradeanu nach sieben Jahren zurück in ihre rumänischeHeimat wird wahrscheinlich am meisten wehtun. „Mica“ war einige Jahre Publikumsliebling bei „Green Danger“, dem Fanclub von Györi ETO, und ist gerade aus dem Abwehrverband kaum wegzudenken. Diese Lücke muss nun aus dem bereits vorhandenen Potential geschlossen werden, hier sind nun Spielerinnen wie Agnes Hornyak oder Eduarda Amorim deutlich stärker gefordert. Alle Augen werden aber trotz der hochkarätigen Neuverpflichtungen auch weiterhin auf die beiden Superstars des ungarischen Handballsgerichtet sein. Anita Görbicz und Torfrau Katalin Pálinger gehören zu den bekanntesten Sportlerinnen in Ungarn und warten seit langem auch auf zählbare internationale Erfolge. Aufgrund des Ausscheidens der ungarischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Deutschland isteine Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen nicht mehr möglich,so dass die volle Konzentration auf den Verein gelegt werden kann und muss.Für die neue Champions League Saison warten mit Hypo Niederösterreich und dem französischen Meister aus Metz zwei interessante Gegner, dazukommt der Sieger der Qualifikationsgruppe 4. Favorit dürfte hier der dänische Meisterschaftszweite von Randers HK sein. Der Einzug in die Hauptrundengruppe sollte aber nicht in Frage stehen.
Der Dauerbrenner in Schmelz, keine Mannschaft hat so oft teilgenommen wie der Nachbar aus Frankreich, kommt in diesem Jahr wieder als aktueller französischer Meister ins Saarland. Musste die Mannschaft im vergangenen Jahr nach sechs Titeln in Folge dem Konkurrenten aus Toulon den Vortritt lassen, holten sich die Frauen aus Lothringen erneut den Titel, immerhin bereits der 17. in der Vereinsgeschichte. So ist man in dieser Saison auch wieder für die Champions League gesetzt, in der Gruppenphase trifft man auf Hypo und Györ und voraussichtlich auf Randers HK, den dänischen Vizemeister, der aber noch die Qualifikation überstehen muss. Spannende Spiele sind zu erwarten, auch wenn Metz hierbei nicht unbedingt als Favorit für den Einzug in die Hauptrunde zählen dürfte. In der vergangenen Saison trat die Mannschaft von Trainer Sébastien Gardillou international im Pokalsiegerwettbewerb an und erreichte dort immerhin das Halbfinale, in welchem man sich den Ungarinnen von FTC Budapest geschlagen geben musste. Die Mannschaft ist gespickt mit französischen Nationalspielerinnen. So steht mit Amandine Leynaud die aktuelle Nr. 1 Frankreichs zwischen den Pfosten. Dazu kommt mit Allison Pineau die Welthandballerin des Jahres 2009 und mit Claudine Mendy, Katty Piejos und Nina Kamto weitere Schlüsselspielerinnen der Equipe Tricolore. Mit Svetlana Ognjenovic und Ekaterina Andryushina stehen eine serbische Nationalspielerin sowie eine russische Doppel-Weltmeisterin und Olympia-Zweite im Kader. Andryushina hat sich nach einem Jahr Gesundheitspause dem französischen Meister angeschlossen und es wird interessant sein zu sehen, in welcher Verfassung sie sich in Schmelz präsentieren kann. Sofern sie an ihre Leistungen der letzten Jahre anschließen kann, wird sie sicherlich eine Spielerin sein, um die ihr neuer Club von den meisten anderen Vereinen in Europa beneidet wird. Ebenfalls aus einer langen Rekonvaleszenz kommt Marion Limal. Die 24-jährige Rückraumspielerin gewann Silber mit der französischen Auswahl bei der Weltmeisterschaft in China 2009 und stand zuletzt bei Hypo Niederösterreich unter Vertrag. Sie erlitt zu Beginn der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss und steht nun vor ihrem Comeback in ihrer Heimat. Ein weiterer interessanter Neuzugang ist die Niederländerin Yvette Broch. Die Außenspielerin ist erst 20 Jahre alt, besitzt aber ein großes Talent und war in der vergangenen Saison in der holländischen Liga im Durchschnitt für sechs Tore pro Spiel verantwortlich. Verlassen hat den Club dagegen die zweite Torfrau Cléopât Darleux, die ihre Spielanteile nun in Arvor bekommen soll. Zudem fehlen mit Lidija Horvat und Kristina Franic die beiden kroatischen Nationalspielerinnen, die in den vergangenen Jahren das Rückraumspiel der Lothringerinnen maßgeblich bestimmt haben. Sofern Limal und Andryushina zu alter Form zurückfinden können, sollten diese beiden Abgänge aber gut kompensiert sein.
Zum dritten Mal ist die Mannschaft von Byåsen Elite Handball nun in Schmelz zu Gast. Das Team ist so etwas wie der ewige Zweite hinter Larvik HK in Norwegen. Beide Mannschaften dominieren die nationale Meisterschaft und meistens heißt der Sieger Larvik HK. Immerhin einen Erfolg im Pokalfinale über den großen Rivalen konnten die Damen aus dem wunderschönen Städtchen im hohen Norden in den vergangenen Jahren verbuchen. Doch in der abgeschlossenen Saison reichte es nur zum dritten Platz, die Mannschaft verlor den Vizemeister-Titel an Tertnes Bergen. Da Larvikaber in diesem Jahr zum ersten Mal als Gewinner der Champions Leagueher vorging, darf aber auch das Team von Trainer Valery Putans in diesem Jahr selbst wieder in der Königsklasse antreten. In der zweiten Qualifikationsrunde wartet zunächst ein Teilnehmer aus der ersten Qualifikationsrunde. Hier sollte sich der serbische Meister RK Zajecar durchsetzen, eine nicht einfache, doch aber lösbare Aufgabe für die Norwegerinnen. Allerdingshat das Los für Runde 2 ihnen keine einfache Gruppe beschert. Im entscheidenden letzten Spiel wartet dann ein starker Gegner, entweder Elda Prestigio aus Spanien oder Metalurg Skopje (Mazedonien). Dennoch stehen die Chancen auf einen erneuten Einzug in die Gruppenphase der Champions League gar nicht schlecht. Hier könnte Byåsen dann übrigens auf den Thüringer HC treffen. Im letzten Jahr war Trondheim Gruppengegner des deutschen Vertreters HC Leipzig, der übrigens beide Spiele gewinnen konnte. Der Verein Byåsen HE hatte in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Probleme und stand bereits zweimal kurz vor dem Aus. Nach der letzten Rettung heißt es nun gut haushalten, große finanzielle Sprünge sind bei Neuverpflichtungen nicht möglich. So setzt man weiterhin auf junge, talentierte Spielerinnen aus der Region Trondheim, die sich unter der Führung von Coach Putans weiterentwickeln sollen. Putans ist sicherlich der richtige Mann für eine solche Aufgabe, war er doch vor einigen Jahren ein äußerst erfolgreicher Juniorinnenauswahltrainer in Norwegen. Er gewann sowohl die Europameisterschaftals auch die Weltmeisterschaft mit dem norwegischen Nachwuchs. Neben den Youngsters sollen zwei gestandene norwegische Nationalspielerinnen für den nötigen Rückhalt und die notwendige Erfahrung sorgen. Es gelang den Verantwortlichen von Byåsen HE Terese Pedersen und Tonje Nøstvold zurück in die Heimat zu holen. Beide verdienten ihre Brötchen zuletzt im Ausland. Torfrau Terese Pedersen wechselte von Hypo Niederösterreich und die Linkshänderin Tonje Nøstvold war die letzten Jahre beim dänischen Meister FC Midtjylland unter Vertrag. Mit Ida Alstad, Camilla Herren und Mari Molid gehören zudem weitere aktuelle norwegische Nationalspielerinnen zum Kader, dazu kommen noch einige Jugend- und Juniorinnenauswahlspielerinnen mit großem Potential. Verlassen hat den Verein die brasilianische Torfrau Barbara Arenhart, deren Weggang aber durch Terese Pedersen vollumfänglich kompensiert wird. Beide tauschten sozusagen die Plätze, denn Arenhart hat sich unlängst Pedersens altem Verein, dem österreichischen Abonnementmeister Hypo Niederösterreich angeschlossen. Der Wechsel von Kreisläuferin Pernille Wibe zum Champions League Sieger Larvik HK tut sicherlich weh, kann aber aufgrund der Gesamtbesetzung doch einigermaßen verkraftet werden. Gleichwertiger Ersatz auf dieser Position wurde zwischenzeitlich mit June Andenaes gefunden. Weitere beachtenswerte Spielerinnen sind die Tschechin Iva Zamorska, die bereits seit einigen Jahren das Trikot der Trondheimerinnen trägt, sowie die Tunesierin Raja Toumi. Beide kommen im Rückraum zum Einsatz, Toumi auf der linken Seite, Zamorska als Linkshänderin auf der rechten Seite.
Die neue Saison bringt für Bayer Leverkusen erneut einschneidende Veränderungen mit sich. Es hieß Abschied nehmen von drei Spielerinnen, die viele Jahre das Trikot der Elfen getragen haben. Alle drei suchen eine neue Herausforderung im Ausland. Nationaltorfrau Clara Woltering wechselte nach elf Jahren im Bayer-Trikot nach Montenegro: Beim Champions League Halbfinalisten Buducnost Podgorica hat sie eine neue Heimat gefunden und will dort in der Königsklasse angreifen. Spielmacherin Anna Loerper zieht es in die dänische erste Liga zum Europapokalfinalisten Team Tvis Holstebro.„Lumpi“ war immerhin sieben Jahre Dreh- und Angelpunkt der Elfen und hat sich unter Führung von Trainerin Renate Wolf zur Nationalspielerin mit inzwischen mehr als 100 Länderspielen entwickelt. Schmerzlich vermissen wird man in Leverkusen ganz sicher auch Lyn Byl. Seit 1997, nur unterbrochen durch einen kurzen Abstecher für ein Jahr, gehörte sie dem Verein an. Vor allem auf ihre Defensivqualitäten war immer Verlass. Die 32-jährige Kreisläuferin, deren Vater aus Großbritannien stammt, hat den Höhepunkt ihrer Karriere vor Augen. Seit diesem Sommer bereitet sie sich intensiv mit der britischen Nationalmannschaft auf die im nächsten Jahr stattfindenden Olympischen Spiele in London vor. Frauenhandball hat keineTradition auf der Insel, doch als die Hauptstadt den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele erhalten hatte, wurde aus dem Nichts eine Mannschaftaus dem Boden gestampft. Eine Spielerin wie Lyn Byl, die die Jugend- und Juniorenauswahl des DHB durchlaufen hat und immerhin neun Länderspiele für Deutschland auf dem Konto hat, ist da sicherlich ein Glücksfall für jeden Trainer. Für die letzte Phase der Vorbereitung wurden die Spielerinnen nun für ein Jahr zusammengezogen, so dass nach insgesamt dreizehn Jahren nun der Abschied aus Leverkusen anstand. Lyn Byl ist zwischenzeitlich nach London gezogen und geniesst zum ersten Mal das Leben einer Profisportlerin mit bis zu neunmal Training am Tag. Den Abgängen stehen aber natürlich auch Neuzugänge gegenüber. Besonders dürfte sich Trainerin Renate Wolf über die Rückkehr von Welthandballerin Nadine Krause und Außenspielerin Joyce Hilster freuen. Beide trugen bereits früher das Elfen-Trikot und sollen die stark verjüngte Mannschaft mit ihrer Erfahrung nach vorne bringen. Links außen Elisabeth Garcia-Almendaris darf sich zudem auf Unterstützung ihrer älteren Schwester Franziska freuen, die vom Thüringer HC an den Rhein wechselt. Und mit Kim Naidzinavicius schloss sich eine weitere Spielerin der Junioren-Weltmeistermannschaft von 2008 den Elfen an. Das Tor hüten wird mit Laura Glaser (geboren 1990) und der Holländerin Larissa van Dorst (geboren 1992) das jüngste Duo der Bundesliga, beides große Talente, die Torwartlegende Andreas Thiel unter seine Fittiche genommen hat. Die Fußstapfen von Clara Woltering sind groß, aber für beide ist es sicher auch eine großartige Chance sich weiter zu entwickeln und zu beweisen. Larissa van Dorst gehört der aktuellen U19-Auswahl der Niederlande an, die sich aktuell auf die Europameisterschaft im eigenen Land vorbereitet. Van Dorst hat mit ihren jugendlichen Jahren auch immerhin schon ein A-Länderspiel aufzuweisen. Bondscoach Henk Groener nominierte sie für die Vorbereitungsphase auf die Europameisterschaft 2010. Diesem einen Länderspiel werden sicherlich noch einige folgen. Neu ist auch eine weitere niederländische Nationalspielerin: Die erst 21 Jahre junge Allrounderin Roxanne Bovenberg hat vor allem in der Deckung ihre Stärken. Bauen darf Renate Wolf auch in der kommenden Saison auf Stammspielerinnen wie Laura Steinbach und Denisa Glankovicova, beides Rückraumspielerinnen mit großer Durchschlagskraft. In der vergangenen Saisonbelegte die Mannschaft nach der Hauptrunde den vierten Rang, im folgendenPlay-Off-Viertelfinale unterlag man aber äußerst knapp gegen den fünftplatzierten VfL Oldenburg. Auch in diesem Jahr wird Bayer Leverkusen wieder international vertreten sein, die Elfen werden im EHF-Cup an denStart gehen und hoffen dort auf ein besseres Abschneiden als im letzten Jahr.
Was er anfasst wird zu Gold. Oder zumindest zu Goldmedaillen und Meistertrophäen. Als mehrfacher Meister und Pokalsieger verließ Trainer Herbert Müller vor einiger Zeit Deutschland in Richtung Rumänien. Und in der ersten Saison nach seiner Rückkehr in die Bundesliga schloss er mit seinem neuen Verein, dem Thüringer HC, an diese Erfolge an. Herbert Müller und sein Bruder Helfried schafften es, aus dem einstigen Abstiegskandidaten bereits vor Saisonbeginn einen heißen Anwärter auf die oberen Tabellenplätze zu machen. Dazu waren sicherlich personelle Veränderungen notwendig. Es gelang den Brüdern, einige Spielerinnen, die bereits zu Nürnberger Zeiten für großen Erfolg standen, nach Thüringen zu holen. Dazu gehörten neben den beiden österreichischen Nationalspielerinnen Steffi Subke und Katrin Engel auch Spielmacherin Kerstin Wohlbold. Und mit der Holländerin Pearl van der Wissel hatte die Bundesliga auch endlich wieder eine ausländische Weltklassespielerin zu bieten. Die Mannschaft aus Bad Langensalza dominierte von Beginn an die Konkurrenz und stand vollkommen zu Recht am Ende auf dem ersten Platz der Abschlusstabelle. Auch die folgenden Play-Off-Spiele stellten den THC vor keine Schwierigkeiten. Im Finale wartete dann der Buxtehuder SV. Nach einem fünf Tore Sieg auswärts in Buxtehude sah der THC schon wie der sichere Meister aus, doch Buxtehude spielte sich im Rückspiel in einen Rausch und lag teilweise mit neun Toren in Führung. Erst in der letzten Spielminute konnte Katrin Engel den Rückstand auf fünf Tore reduzieren und der THC sich dann doch aufgrund der größeren Zahl der auswärts erzielten Tore denkbar knapp durchsetzen. Der Pokalerfolg eine Woche später über denselben Gegner fiel aberdann deutlicher und ebenso verdient aus. Und auch für die nun folgende Spielzeit stehen die Zeichen wieder auf Angriff. Aus dem Jäger und Geheimfavoriten wird der gejagte Titelverteidiger. Herbert Müller und sein Team haben davor natürlich keine Angst und rüsteten zur Titelverteidigung. Verabschieden musste man sich von Steffi Subke, die ihre lange und äußerst erfolgreiche Karriere beendete. Auch die THÜRINGER HC zweite Torfrau Petra Blazek wechselte zurück in ihre Heimat Österreich und Franziska Garcia-Almendaris wird in Leverkusen auf ihre jüngere Schwester Elisabeth treffen. Auch Pearl van der Wissel hat Thüringen nach nur einem Jahr wieder verlassen und künftig in Dänemark aktiv sein. Müller wäre aber nicht Müller, wenn er die Abgänge nicht vernünftig kompensiert hätte. Selbstverständlich wird es nicht leicht sein, Weltklassespielerinnen wie Subke und van der Wissel zu ersetzen, aber die neuen Namen sind Handballkennern auch ein Begriff. Zwei slowakische Auswahlspielerinnen stehen künftig im Aufgebot des THC. Dagmara Stuparicova soll Idalina Borges-Mesquita auf Links außen unterstützen und Lydia Jakubisova soll die Lücke im Rückraum schließen. Unterstützt wird sie hierbei von Willemijn Karsten, wieder eine niederländische Nationalspielerin, die zuletzt in Trier spielte. Weiter zur Verfügung steht natürlich auch Nadja Nadgornaja. Die linke Rückraumspielerin war eine der herausragenden Spielerinnen der deutschen Auswahl, die im Juni mit zwei Erfolgen über Ungarn die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Brasilien sicherstellte und spielt in denPlanungen von Herbert Müller und seinem Trainerteam sicherlich weiter eine führende Rolle. Zwischen den Pfosten wird Stammtorfrau Maike März nun von Adriana Stefani Gava unterstützt. Die Brasilianerin ist ebenfalls aktuelle Nationalspielerin und kommt vom Champions League Finalisten SDItxako in Spanien und gilt als Wunschspielerin von Trainer Herbert Müller. Mit diesem neuen Team will der THC sich als Spitzenmannschaft Deutschland bestätigen. Als neue Herausforderung kommt die Champions League dazu. Als Deutscher Meister ist der TCH in der Gruppenphase gesetzt und bekommt es mit absoluten Topvereinen zu tun. Gegner ist FC Midtjylland (Dänemark, mit der deutschen Nationaltorfrau Sabine Englert, Buducnost Podgorica (Montenegro, mit der deutschen Nationaltorfrau Clara Woltering) und einer Mannschaft aus der Qualifikationsrunde 1, entweder Byåsen Trondheim, Metalurg Skopje oder Elda Prestigio aus Spanien.